Zumindest bei größeren wissenschaftlichen Arbeiten wird bezüglich der Fachliteratur eine gewisse Vollständigkeit erwartet. Ich sollte also möglichst alle für das Thema relevanten und verfügbaren Werke berücksichtigen.
Um nichts Wesentliches zu übersehen und trotzdem nicht unnötig Zeit zu investieren, gehe ich bei der Recherche systematisch vor.
Hilfreich ist es, wenn ich mir überlege, welche Fachbegriffe für mein Thema wichtig sind. Welche synonymen (inhaltlich gleichen), welche ähnlichen Begriffe gibt es?
Ich kann das Ganze dann in einer Begriffs-Matrix oder Mind Map aufzeichnen und die einzelnen Begriffe einander in ihre Beziehungen bringen.
Das lohnt sich, wenn ich in den Sachkatalogen der Bibliotheken oder den Thesauri der Datenbanken suchen muss. Aber auch schon im Internet, wenn ich die Treffer in den Suchmaschinen auf ein überschaubares Maß reduzieren möchte.
Vielleicht etwas altmodisch, aber da ich meistens doch "richtige" Bücher brauche, beginne ich mit der Suche in der nächsten größeren (wissenschaftlichen) Bibliothek vor Ort.
Wissenschaftliche Bibliotheken haben den größten Teil ihres Bestandes platzsparend in einem nichtöffentlichen Magazin untergebracht. Ich muss also immer über die Kataloge der Bibliothek suchen.
Aber auch in öffentlichen Bibliotheken mit Freihandaufstellung ist es besser, die Kataloge zu benutzen. In den Regalen findet sich nämlich kein Hinweis auf momentan ausgeliehene Werke.
Bibliothekskataloge verzeichnen alle Werke, die in der Bibliothek vorhanden sind, wobei Sammelwerke (Bücher mit mehreren Aufsätzen verschiedener Autoren) und Periodika (Zeitungen und Zeitschriften) in der Regel nur als Gesamtwerk aufgeführt werden.
Die meisten Bibliotheken verfügen heute über EDV-gestützte Katalogisierungssysteme in Verbindung mit Bestell- und Ausleihfunktionen.
Diese EDV-Kataloge bieten viele Vorteile bei der Recherche. Hier kann ich gleichzeitig nach Autoren und Schlagworten suchen. Auch Titel oder Erscheinungsjahr sind als Suchkategorie möglich. Durch Kombination oder Ausschluß von Suchbegriffen wird die Suche wesentlich exakter gestaltet.
Ich darf nur nicht vergessen, dass Computer dumme Maschinen sind, die hier nichts anderes machen, als Zeichenketten zu vergleichen. Ich muss schon wissen, wie meine Suchbegriffe richtig geschrieben werden.
Als Erstes suche ich jetzt die mir bekannten Werke, um dann die Suche auf die für das Thema relevanten Schlagworte auszudehnen.
Ja, in manchen Bibliotheken gibt es sie noch, die Zettelkataloge mit den vielen abgegriffenen Karteikärtchen.
Im Alphabetischen Katalog finde ich dann die Titel alphabetisch geordnet nach Namen der Autoren, Hrsg. und teilweise auch nach Sachtiteln.
Im meist systematischen Sachkatalog geordnet nach den Sachgebieten in ihrer hierarchischen Struktur.
Auf den ersten Blick wirkt die systematische Literaturrecherche kompliziert. Es ist aber nur eine Frage der Übung.
Für den Fall, dass es gar nicht klappt, gibt es in der Bibliothek auch Fachpersonal, das ich um Hilfe bitten kann (dafür ist es da!).
Die wissenschaftlichen und zum Teil auch die öffentlichen Bibliotheken bieten die Möglichkeit zur Recherche in Verbundkatalogen, in denen der Bestand aller wissenschaftlichen Bibliotheken der Region zusammengefasst ist.
Auch die Recherche in - meist kostenpflichtigen - Datenbanken von Informations- und Dokumentationssystemen, die in der Regel auch Zeitschriftenaufsätze und graue Literatur nachweisen, ist möglich.
Reicht das alles noch nicht aus, kann ich in den zahlreichen Bibliographien nachschauen, die im Bereich der Nachschlagewerke stehen.
Und jetzt mal sehen, was es im Internet gibt.