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Leitfaden zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit

Lesen - oder: Wie kann ich die gefundenen Werke schnell und trotzdem gründlich abarbeiten?

War die Recherche erfolgreich, dann liegen nun größere Stapel an Literatur vor mir.
Nach einem kurzen Blick auf den Zeitplan und realistischer Abschätzung meines eigenen Lesetempos wird schnell klar, dass ich das alles nie vonvorn bis hinten gründlich lesen kann.

Unsystematisches Herumlesen und Suchen kostet aber unnötig viel Zeit. Also bedarf es einer Methode, die mir ermöglicht, die wesentlichen Werke herauszufinden und diese mit entsprechender Lesetechniken zügig zu verarbeiten.

Wie kann ich die gefundenen Werke auf ihre Brauchbarkeit für eine wissenschaftliche Arbeit untersuchen?

Zunächst muss ich mir klar machen, welche Informationen ich überhaupt suche.
Dazu überlege ich mir noch bevor ich mit dem Lesen beginne, Fragen zu meinem Thema, zu denen ich dann die Antworten in den gefundenn Werken suche.

Und vor der intensiven Lektüre überprüfe ich die Titel noch - ganz formal - auf ihre Verwendungsmöglichkeit.
D. h., ich versuche anhand der einzelnen Bestandteile jedes Werkes festzustellen, ob es für die vorher entwickelte Fragestellung überhaupt etwas hergibt:

Auch Literaturverzeichnis, (Sach- und Personen-) Register, und Glossar können mir wichtige Informationen geben.
Reicht das immer noch nicht aus, um einen Titel zu bewerten, hilft ein Blick in Vorwort, Schlußteil und eventuell noch die Anfänge der einzelnen Kapitel.

Das Ergebnis meiner Bewertung ist dann eine Prioritätenliste für die Lektüre.
Die grundlegenden - gründlich durchzuarbeitenden - Werke stehen darin natürlich obenan, gefolgt von denen, die vielleicht nur zum Teil gelesen werden müssen. Und selbstverständlich schließe ich ungeeignete Titel ganz aus.

Dazu ein Satz von Wilhelm H. Peterßen:

So, nun kann ich beginnen, richtig zu Lesen.

© Rüdiger Grätsch - 2008-2010